Endlich Frieden im Haus! Das Mesh System Tenda Nova MW6

„Ey f***, das beschi**** Internet spackt wieder!“ Solch oder ähnliche Sätze kennen sicherlich viele Eltern pubertierender Kids, dessen Pingzeiten nach oben ausschlagen oder das Netz aus unerklärlichen Gründen komplett zusammenbricht. Was hab ich nicht alles probiert um den häuslichen Frieden, so gut es eben bei 15 jährigen heranwachsenden geht, zu bewahren. Es waren einige vielversprechende Strategielösungen dabei! Wie zum Beispiel den Router mit Zuhilfenahme des Bohrhammer zentral im Gang aufzustellen. Einen zusätzlichen Repeater zwischen den Empfängern zu parken oder der Versuch ein 20 Meter LAN Kabel unbemerkt im Haus zu verteilen. Alles blieb ohne nennenswerten Erfolg oder wurde schon im Keim (LAN Kabel) erstickt.

Am Ende halfen all meine Bemühungen nichts und ich hatte mich schon damit abgefunden, dass Martyrium andauerndem Wehgeschreis zu ertragen. Glücklicherweise stolperte ich über das geflügelte Wort „Mesh“ im Zusammenhang mit flächendeckendem WLAN und beim genauerem betrachten wuchs ein Keim der Hoffnung in mir auf.

Was ist ein Mesh-WLAN-System

Mesh kommt aus dem englischen und heißt soviel wie Gitter oder Masche und bedeutet in diesem Fall nichts anderes als ein Verbund aus mehrerer WLAN-Komponenten. Im Grunde genommen macht ein Repeater so etwas ähnliches, erweitert aber das WLAN Netzwerk nicht, sondern baut „nur“ ein eigenständiges auf. Was den Nachteil hat, dass man sich in diesem auch manuell einwählen muss. Falls man jetzt vom Funkbereich des Routers in den Funkbereich des Repeaters kommt, ist es dem Endgerät egal. Selbst wenn der Empfang des Routers schon richtig mies ist und man mit dem Repeater eigentlich die bessere Verbindung hätte, bleibt das Endgerät stur am schwachen Signal des Routers, bis dieser entweder abbricht oder beendet wird. Ein automatisches Wechseln in das bestverfügbare WLAN gibt es nicht.

Anders sieht das bei einem Mesh-WLAN-System aus. Dieser besteht aus einer Basis und mehreren im Gebäude verteilten Einheiten auch Satelliten genannt. Alle Mesh-Komponenten, also Basis und Satelliten, synchronisieren sich untereinander und entscheiden selbstständig welcher Sender das beste Signal für das Endgerät bieten würde. Der Anwender bekommt davon nichts mit und hat den Eindruck das ganze Haus wäre mit einem WLAN Signal ausgestattet.

Mesh-Systeme gibt es derweilen einige auf dem Markt. Fast allen gemein ist der hohe Preis von mehreren hundert Euro. Auffällig ist da schon das Tenda Nova, welches bei annähernd gleicher Ausstattung teilweise die hälfte kostet.

Das Tenda Nova MW6

Das „Tenda Nova MW6“ besitzt in meiner Konfiguration (Amazon) drei identische Module.

Das System unterscheidet im Vorfeld NICHTzwischen Basis und Satellit, sondern ernennt einfach den Würfel der per LAN Kabel am Router angeschlossen ist zur Basis. Die anderen Würfel sind dann automatisch die Satelliten.

Außer dem Schriftzug „NOVA“ und einer kleinen LED, ist der Rest schön clean gehalten. Anschlüsse gibt es nur auf der Unterseite, die bei Bedarf nach hinten herausgeführt werden. Jeder Würfel besitzt zwei LAN-Ports und einen Stromanschluss.

Steckbrief des Tenda Nova MW6 (3er Pack)

  • Paketinhalt: 3x Nova Module, 3x Netzteile, 1x Netzwerkkabel
  • Abmessung: 10 x 10 x 10 cm
  • Schnittstellen: 6x Gigabit Ports (Jeweils 2x pro Station)
  • Geschwindigkeit: AC1200 (867 MBit/s bei 5 GHz + 300 MBit/s bei 2,4 GHz)
  • Reichweite: Bis zu 500 m²
  • Frequenz: Simultanes Dual-Band 2,4 GHz
  • Erweiterbarkeit: Bis zu 7 Stationen aneinander schaltbar, für eine Reichweite bis zu 1000 m²
  • Systemvoraussetzung: Mobiles Gerät mit Android 4.0 oder iOS 8 oder höher

Die Installation

Die Installation ist denkbar einfach! Der erste Schritt besteht darin sich die passende App aus dem PlayStore oder den AppStore zu laden, ohne diese geht schon mal gar nichts. Anschließend öffnet man die App und wird in deutscher Sprache durch die komplette Installation geführt.

Test

Das ganze ist so narrensicher, dass man an einer separate Installationsanleitung gespart hat. Dennoch möchte ich die Installation kurz beleuchten, damit man in etwa ein Gefühl bekommt wie Plug & Play das ganze ist.

Die Inbetriebnahme (Kurzversion)

Man sucht sich irgendeinen Würfel aus der Verpackung aus, ganz egal welchen, und verbindet diesen per mitgelieferten LAN-Kabel mit dem Router. Anschließend versorgt man diesen mit Strom und wartet einen kurzen Augenblick bis die App das „Tenda Netzwerk“ erkannt hat und sich mit diesem verbinden möchte. Das von der App gefragte Passwort findet man unten im Würfel. Anschließend gibt man den Mesh-WLAN Netzwerk einen Namen. In meinem Fall heisst das Mesh-Netzwerk „Lan Solo“, in Anlehnung an meinem Heimnetzwerk „Obi Wlan Kenobi“.

Anschließend erfolgt innerhalb App eine bebilderte Schritt für Schritt Anleitung, in der man aufgefordert wird die anderen Würfel im Haus zu verteilen und ebenfalls mit Strom zu versorgen.

Nach kurzer Zeit werden die neuen Würfel vom Basis-Würfel automatisch erkannt und verbunden. Die eingebaute LED zeigt die Verbindungsqualität in Form verschiedner Farben. Blau steht für perfekte, Gelb für gute, Purpur für schlechte und Rot für gar keine Verbindung.

Fertig ist das Mesh Netzwerk, einfacher geht es fast kaum. Bei mir hat das ganze etwa 10 Minuten gedauert, vermutlich sind 5 Minuten auch kein Problem.

Die Tenda Nova App

Die App selber bietet ein paar Informationen sowie Einstellmöglichkeiten. So kann man sich die verbundenen Geräte anzeigen lassen und deren aktuellen Datenverkehr beobachten. Auf Wunsch lässt sich jedem Gerät ein eigener Namen verpassen und einer Gruppe zuweisen. Die Gruppen lassen sich einfach erstellen und wiederum frei benennen. Bei Bedarf lassen sich einzelne Geräte oder ganze Gruppen vom Netz trennen. Das ganze funktioniert auch von unterwegs aus, soweit man sich über den Hersteller anmeldet.

Andere Einstellungen wurden bisher von mir ignoriert. Da wäre zum Beispiel die Möglichkeit ein Quality of Service (QoS) einzurichten oder das Mesh System mit dem Router im Bridge-Modus zu betreiben. Auf Wunsch kann man auch ein Gastnetzwerk einrichten und einen weitere Würfel hinzuzufügen. Insgesamt lassen sich beim NV6 bis zu sieben dieser Würfel betreiben.

Fazit

Der Empfang ist seit Tagen hinweg stabil und zwar im ganzen Haus. Von meinem Nachwuchs höre ich nur noch etwas, wenn sie Hunger haben oder fort wollen. Soweit ich das sehe muss nicht jeder Würfel eine Verbindung zum Basiswürfel haben. Es reicht anscheinend wenn sie in irgendeiner Form verbunden sind, also auch in Reihe.

Klar sind knapp 160€ echt kein Pappenstiel, aber meine bisherigen Versuche ein stabiles Netzwerk zu realisieren (Powerline, Repeater) waren es auch nicht und führten wenn überhaupt nur zu mäßigen Erfolg. Wer es etwas langsamer angehen kann (Internet mit maximal 100 MBit/s anstatt 1000 MBit/s), kann ja zu dem günstigeren „Tenda Nova MW3“ (Amazon) greifen.


1 Gedanke zu “Endlich Frieden im Haus! Das Mesh System Tenda Nova MW6”

  1. Hallo und vielen Dank für die Infos. Leider habe ich erhebliche Schwierigkeiten beim Übergang von einer Etage in die andere. (Keller, 1. und 2. Etage) Im Einsatz habe ich inzwischen 5 MW6. Das Ergebnis sieht so aus: zwar behaupten die Cubes eine gute bis ausgezeichnete Connection zu haben. Allerdings kommen nur noch 1,2 bis max 4,5 mbit Internetgeschwindigkeit an. Positionswechsel, Höhenveränderung, Resets…alles brachte keine Verbesserung. Daher jetzt ein neuer Ansatz mit einer Frage. Vom Router möchte ich einen Switch im Kaminschacht anschließen. Von diesem Switch lege ich jeweils ein Verlegekabel in die jeweiligen Stockwerke. Dann schließe ich je einen Cube pro Etage am Kabel an. Die anderen dürfen sich dann wie gewohnt wireless verbinden.
    Geht das? Kann ich ein Mesh-Netz mit Lan unterstützen?

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