Benchmarks für den Mac, wie schnell ist meine Mac Hardware im Vergleich

Benchmarks sind schon eine feine Sache und in der hardwareunabhängigen PC Welt auch vergleichsweise sinnvoll. Nebenbei ist hier das Overclocking noch gängige Praxis. Sei es von Haus auf über den Hersteller oder im Nachhinein vom Nutzer selber. Ein schneller und vor allem praxisnaher Vergleich erscheint hier noch sinnig.

In der Mac Welt hingegen sieht es schon etwas anders aus. Hier gibt es gerade einmal eine Handvoll Hardware und diese ist auch noch mit einer fixen Taktzahl versehen. Da erscheint ein digitales Kräftemessen eher uninteressant. Dennoch habe ich ein paar MacOS kompatible Benchmarks finden können, aber leider ist der berühmteste unter ihnen nicht darunter.

Der 3DMark von UL-Benchmarks

Gleich vorweg, dieser Benchmark ist ausschließlich für Windowsgeräte und höchstens unter Boot Camp am Mac nutzbar. Wer aber in der Windowswelt zu Hause ist, kennt mit Sicherheit die Firma UL-Benchmarks (früher Futuremark) und allen voran seinen synthetischen 3D Benchmark 3DMark.

Schon seit 1998 begleitet dieses Stück Software Windows Spieler und Overclocker gleichermaßen. Leider benutzt der Hersteller für seinen 3D Benchmark ausschließlich die „DirectX“ Schnittstelle von Microsoft und ist somit fest an Windows gebunden.

Beeindruckend ist die dargestellte Grafik auf jeden Fall. Seit Anbeginn der 3DMark Ära wird immer das aktuellste an Grafikschmankerl genutzt, was die DirectX API auch hergibt. Schon aus diesem Grund muss ich diesen Benchmark hier vorstellen, selbst wenn dieser niemals native unter MacOS laufen wird.

Etwas seltsam ist die Mac Abstinenz dennoch! Denn Apples 3D-Schnittstelle „Metal“, die neben Mac OS ja auch unter iOS läuft, wird zumindest unter letzterem mit einem 3DMark versorgt.

Für MacOS gibt es trotzdem einige hübsche Benchmarktools und diese möchte ich euch kurz vorstellen.

Benchmarks von Unigine

Was UL-Benchmarks für Direkt-X ist, dürfte Unigine für OpenGL sein. Zumindest grafisch dürfte es sich bei diesen Benchmarks um die schönsten in der Macwelt handeln. Von den insgesamt fünf Benchmark sind zumindest zwei auch auch unter MacOS lauffähig.

Heaven Benchmark von 2009

Der HEAVEN BENCHMARK ist der ältere der zwei Benchmarks für MacOS, dennoch ist er grafisch immer noch hübsch anzusehen. Neben der MacOS Variante, gibt es auch noch eine Windows und eine Linux Version.

Als vordefinierte Einstellung gibt es hier „Basic“ und „Extreme“, beide laufen nur im Fenster des Macs. Wählt man „Custom“ kann man unter anderem die Auflösung, die 3D Qualität und den Grad des Antialiasing wählen. Der Full Screen Modus kann nur „Custom“ gewählt werden.

Im Anschluss startet der Benchmark NICHT, wenn man auf „RUN“ klickt, sondern erst wenn man hinterher oben links auf „Benchmark“ klickt.

Danach rattert das Programm 26 hübsch anzusehende Szenen herunter, bevor es am Ende ein Resultat ausspuckt.

Hier kann man seine Wert lokal speichern, aber leider nicht Online vergleichen. Wer hofft sein Ergebnis Genretypisch in einer Vergleichstabelle sehen zu können, wird enttäuscht sein. Die einzige Möglichkeit seine Ergebnisse zu vergleichen, besteht darin in den verschiedene Foren nach eben diesen Werten zu suchen.

Valley Benchmark von 2013

Etwas neuer ist der der Valley Benchmark, ebenfalls gibt es hier wieder eine Windows und eine Linux Version.

Neben den Einstellungen „Basic“ „Extreme“ und „Custom“, wurde noch „Extreme HD“ hinzugefügt. Extreme HD lässt den Benchmark aber nur im Full Screen abspielen.

Insgesamt durchläuft der Benchmark 18 verschiedene Szenen, mit weitläufigen Landschaften. Neben dem von 2009 bekannten Tag und Nachtwechsel, gesellt sich noch ein Wetterwechsel und Tiefenunschärfe hinzu. Am Ende bekommt man wieder den bekannten Wertekasten des Vorgängers zu Gesicht.

Zwar ist der Sonne-Regen Wechsel beeindruckend und auch die verschiedenen Unschärfespielchen machen etwas her, im Großen und Ganzen ist der 4 Jahre ältere Heaven Benchmark aber imposanter.

Superposition Benchmark von 2017

Etwas enttäuschend ist die Entscheidung den neusten Benchmark Superposition nicht für den Mac zu veröffentlichen. Eigenartigerweise existiert aber neben der Windows Version immer noch ein Linux Port. Da der Benchmark erst knapp ein Jahr alt ist, besteht ja noch Hoffnung für einen Mac kompatiblen Port.

Geekbench Benchmark

PrimateLabs bietet das Benchmarktool Geekbench mittlerweile schon in der vierten Version. Dieser kann auch direkt im AppStore geladen werden, hier allerdings nur in der kostenpflichtigen Pro Version.

Wer auf einen optisch opulenten Benchmark hofft, wird leider enttäuscht werden. Der eigentliche Test findet im verborgenen statt und wird nur anhand eines Fortschrittsbalken angezeigt. Der Benchmark testet auch nur die reine CPU Leistung, diese dafür sehr ausführlich.

Nach knapp zwei Minuten ist die Show auch schon vorbei und es öffnet sich der Webbrowser mit mehrseitigen Testergebnissen. Wichtig ist der Gesamtwert in „Single-Core-Score“ und „Multi-Core-Score“, mit dem man auch den digitalen „Schwanzvergleich“ starten kann.

Alle anderen Werte sind eigentlich nur für den Pro-Anwender wichtig. Hier erfährt man zum Beispiel wieviel Frames bei der „Festkörperphysik“ erreicht wurden oder wie hoch die Megapixel pro Sekunde im „Histogrammausgleich“ sind.

Die zusätzlich bereitgestellten System Information, können wiederum auch für den Laien interessant sein.

Neben Mac OS werden auch Windows, iOS, Android und Linux unterstützt.

Cinebench Benchmark

Grafisch etwas anspruchsvoller kommt der Cinebench der Firma Maxon daher. Ausschließlich für Mac OS und Windows werden hier CPU und GPU in zwei separat ablaufenden Tests ausgeführt.

Während der 3D Test eine optisch mittelmäßige Auto Sequenz berechnet, rendert der CPU Test ein kompliziertes Bild. Grafisch darf man nicht zu viel erwarten, immerhin existiert der Benchmark schon seit mindestens 8 Jahre.

Nach jeweils einer Minute ist der Test auch schon vorbei. Die eigenen Werte werden im gleichen Fenster angezeigt und mit einer Handvoll Hardware verglichen.

Wie gesagt ist der Benchmark schon einige Jahre alt und demnach auch optisch unspektakulär, außerdem ist die Firma Maxon eher für ihr 3D-Animationsprogramm bekannt.

Disk Speed Test

Der Hersteller BlackMagic bietet mit dem Disk Speed Test (Mac AppStore) ein Benchmarkprogramm für Speichermedien an.

Wer darauf wartet das der Benchmark ein Ende findet, wird ewig warten müssen. Genau genommen endet der Benchmark nie, sondern zeigt den aktuellen Geschwindigkeitswert bei verschiedenen Aktionen an. Wem der IST Wert genügt, kann bei der Kostenlosen App gerne zuschlagen.

NovaBench

Der Novabench Benchmark der Firma Novawave führt 6 kleinere Tests durch und wirft am Ende Ergebnisse in „CPU Score“, „RAM Score“, „Graphics Score“ und „Disk Score“ aus.


Auch hier wird ein kurzer Grafik-Stresstest durchgeführt der zwar Metal basierend sein soll, aber dafür nicht gerade modern aussieht. Zumindest hat man zum Schluß die Möglichkeit seine Werte Online zu Vergleichen, dass setzt aber eine Registrierung beim Hersteller voraus.

Fazit

Wenn man eines ganz deutlich feststellen kann, dann das unter Mac OS der Benchmark eine sehr untergeordnete Rolle spielt! Für was auch? Spiele gibt es nicht viele und Overclocking wird am Mac so gut wie nicht praktiziert. Dennoch würde ich mich über eine Metal Version vom 3DMark freuen, dass wird aber wahrscheinlich nie passieren.

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